Nov 302015
 

von Helga Zander-Hayat,
Leiterin des Bereichs Markt und Recht / Verbraucherzentrale NRW e.V.

Im digitalen Zeitalter hinterlässt jeder täglich Datenspuren, die über die Netze hinweg miteinander in Beziehung gesetzt werden können. Die Kombination auch von scheinbar belanglosen Daten erlaubt es, Persönlichkeitsprofile zu erstellen – oft ohne Wissen der Verbraucher. Dies ermöglicht relativ treffsichere Prognosen der Bedürfnisse und des Verhaltens von Verbraucherinnen und eine auf die Profilbildung zugeschnittene Werbung bzw. Ansprache für passgenaue Produkte. Dies kann einerseits vorteilhaft für Verbraucher sein, andererseits aber auch ihre Wahlfreiheit einschränken.

  • Verbraucherinnen und Verbraucher sind gegenüber denjenigen, die Daten sammeln und auswerten in der schwächeren Stellung. Das Sammeln, Verknüpfen von persönlichen Daten und deren kommerzielle Nutzung wird für sie nicht hinreichend transparent. Was wir brauchen sind klare und eindeutige Informationen der Anbieter und auf dieser Grundlage eine aktive Zustimmung der Verbraucher in die Datenerfassung und Datennutzung – auch dann, wenn die Daten auch zu einem anderen Zweck als vereinbart genutzt werden.
  • Verbraucherinnen und Verbraucher dürfen keine wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Nachteile erleiden, wenn sie ihr informationelles Selbstbestimmungsrecht ausüben. Die Preisgabe von Daten, um günstigere Telematik-Tarife oder Rabatte bei Krankenversicherungen zu erhalten, birgt die Gefahr, dass Datenschutz zum „Luxusgut“ wird und sich letztlich nur diejenigen der digitalen (Selbst)-Vermessung entziehen können, die sich Datenschutz finanziell leisten und auf günstige Tarife/ Rabatte verzichten können.
  • Die Politik muss dem Datensammeln klare Grenzen setzen, und Unternehmen müssen es Verbrauchern einfacher machen, die Kontrolle über ihre Daten zu behalten. „privacy by design“ und „privacy by default“ weisen hier den richtigen Weg. Vertrauenswürdige Gütesiegel können dabei unterstützen, datenschutzfreundliche Produkte zu erkennen. Gleichzeitig können auch Verbraucherinnen und Verbraucher durch einen vorsichtigen Umgang mit persönlichen Daten ihren Beitrag zum Datenschutz leisten.

 

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